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MSE Ölquelle Russland


Die Treppe wartet


Der Ölpreis hat sich über die letzten Tage und Wochen stabilisiert. Mit Förderkürzungen will die OPEC+ nun doch dem Überangebot und der rückläufigen Weltwirtschaft entgegentreten. Der Blick nach Russland zeigt, dass eine Kürzung der Produktionsmenge nicht so einfach ist. Geschaffene Abhängigkeiten schränken den Spielraum drastisch ein. Für die nächsten Wochen erwarten wir einen leichten Anstieg, gefolgt von einem erneuten Rückgang. Danach gehen wir von einem nachhaltigen, treppenhaften Anstieg der Rohölpreise aus. 


Nach Wochen des stetigen Rückgangs und einer volatilen Annäherung an den Tiefpunkt, hat sich der Ölpreis in den letzten Tagen/Wochen stabilisiert. Seit Anfang Mai 2020 gelten die neuen Massnahmen zur Förderkürzung der OPEC+. Um 10 Millionen Barrel oder 10% der weltweiten Rohölproduktion soll das Volumen reduziert werden. Ob die beschlossenen Kürzungen den Rückgang von rund 6% des Energiebedarfs der Weltwirtschaft kompensieren können, wird sich zeigen. Ein wichtiger Faktor bleibt, wie sich die Fallzahlen, auch mit den ersten Lockerungen in den einzelnen Ländern, verändern. Während in Europa in einigen Ländern positive Signale zu vernehmen sind, ist die Lage in den USA undurchsichtig. Von «Entspannung» bis «deutlicher Anstieg» sind alle Varianten vertreten. In China soll die Lage, gemäss offiziellen Quellen, unter Kontrolle sein. Es zeigt sich, sämtliche Meldungen sind mit einer gewissen Zurückhaltung zu geniessen. 

Man kann sich jetzt die Frage stellen, warum die Rohölproduzenten mir Kürzungen bei einem Überangebot so schwerfällig reagieren. Wie sich dies am Beispiel von Russland zeigt, ist das in der Praxis nicht so einfach. Russland besitzt rund 180'000 Ölquellen. Die grössten Vorkommnisse befinden sich in Sibirien. Da wird es auch in den Sommermonaten immer wieder deutlich unter null Grad. Wird die Produktion nun komplett gestoppt, können durch Frost irreparable Schäden an den Anlagen entstehen. Dazu kommt, dass viele Förderanlagen veraltet und gar nicht auf eine Abschaltung oder Senkung der Mengen ausgelegt sind. In Russland werden rund 40% der Staatskosten von der Ölproduktion getragen. Auch in den Ländern Norwegen und Saudi-Arabien weisen die Staatseinnahmen eine grosse Abhängigkeit auf. Es gibt für diese Länder in diesem Bereich kaum Varianten - das Öl muss fliessen. 

Nach wie vor erachten wir den Zukauf als interessant. Auch Terminpreise sind eine spannende Alternative. Die Talsohle ist mit grosser Wahrscheinlichkeit durchschritten. Wir erwarten einen leichten Anstieg über die nächsten Tage und Wochen, gefolgt von einem erneuten kurzzeitigen Rückgang. Danach wird sich der treppenhafte Aufstieg nachhaltig festigen. Gerne unterstützen wir Sie und stehen bei Fragen zur Verfügung.